100 Tipps & Tricks für den Sublimationsdruck

Es ist endlich soweit! Die Übersetzung der 100 Tipps & Tricks von David Gross, Conde.com dem größten Sublimationsdrucklieferanten aus den USA ist fertig. In der exakt 100 Punkte umfassenden Liste sind für Neueinsteiger viele Tipps vorhanden, mit denen der Start in den Sublimationsdruck sehr viel einfacher wird. Auch “alte Hasen” können hier aber bestimmt noch den ein oder anderen Tipp für sich finden.

Ich habe mich bemüht, möglichst nahe am Original von David zu bleiben. Ein paar Punkte ließen sich aber nicht exakt auf den europäischen Raum übernehmen. Letztendlich sind es dann doch wieder 100 Punkte geworden mit denen wie ich hoffe vielen zumindest am Anfang geholfen ist.

An dieser Stelle nochmal ein großes THANKS DAVID! Er hat sich in erster Linie die meiste Mühe gemacht alle Punkte erstmal einmal zusammen zu tragen. Ich habe sie nur übersetzt. Insofern stelle ich zumindest meine Übersetzung unter den im Dokument angegeben Lizenzbedingungen frei zur Verfügung.

Download: 100 Tipps & Tricks für den Sublimationdruck (PDF, 197 kb)

Störstreifen im Druckbild

Störstreifen im Druckbild – auch “Noise” genannt – sind aus der Vergangenheit zum Beispiel vom Druckermodell Epson Stylus Photo R1800 bekannt. Es schien damals eine der typischen Kinderkrankheiten des Druckers zu sein. Aber auch heute kommen Störstreifen während dem Drucken aus unterschiedlichen Gründen vor, die meist auf die Elektrik oder technische Ansteuerung zurück zu führen sind.

Eine der häufigsten Ursache ist die Verwendung eines zu langen oder beschädigten USB-Druckerkabel. Empfohlen sind für die Ansteuerung von Druckern Kabellängen von maximal 1,5 Metern. Manchmal steht der Drucker aber nicht direkt neben dem PC / Mac und wird dann mit 3m-, 5m- oder den ganz besonders abenteuerlichen zusätzlichen USB-Verlängerungen bis auf die andere Seite Raumes “verlängert”. Die Signale im USB Kabel sind hochfrequent und werden je nach Länge des Kabels schlechter und sind dadurch auch vermehrt anderen elektrischen Signalen aus der Umgebung ausgesetzt. Diese Störungen können dazu führen, dass im Druckbild dünne parallel nebeneinander ausgerichtete farbige Linien im Druck oder am Rand erkennbar sind. Fälschlicherweise können diese als Düsenaussetzer interpretiert werden.

Im schlimmsten Fall können die Störung oder der Defekt des Kabels dazu führen, dass Druckaufträge plötzlich abbrechen.

Ebenfalls kann eine schlechte Abschirmung oder ein Defekt des Flachbandkabels welches zum Druckkopf führt der Grund sein. Insbesondere bei verschiedenen Modellen von Direktdruckern war dies zumindest in der Vergangenheit der Fall.

Sollten Sie Störstreifen im Druckbild haben, welche von den oben beschrieben Ursache kommen könnten, sollten in jedem Fall zuerst die günstigste Variante probieren und das USB-Kabel austauschen.

Beispiel für Störstreifen im Druckbild bei einem Epson Stylus Photo R1800:

Entfernen von Sublimationsdrucken

Anders als bei anderen Druckverfahren wie dem Flex- oder Flockdruck lassen sich fertige Sublimationsdruck auf Artikeln jedweder Art nicht mehr entfernen. Die Sublimationstinte ist durch das Verpressen bereits so fest in der Beschichtung oder den Fasern verankert, dass ein Entfernen der Farbe mit chemischen Mitteln nicht möglich ist.

Um es kurz zu machen – die einzige Möglichkeit: Die Schere

Damper / Filter

Die sogenannten Damper – auch Filter genannt – sind bei wenigen Klein-und fast allen Großformatdrucker die Achillesferse in Bezug auf die tintenführenden Teile. Dieser sitzt meist kurz vor dem Druckkopf und ist für das Filtern der Tinten zuständig. Dadurch werden kleinste Schwebstoffe und Verunreinigungen aus der Tinten gefiltert, bevor sie den Druckkopf erreichen und ggf. zu einer Verstopfung führen.

Eine weitere wichtige Eigenschaft der Damper ist die Bevorratung von Tinte als Reservoir. Der Damper besteht aus dem Filter und einer kleinen Menge an Tinte. Durch eine flexible dünne Kunststoffmembran wird die im Damper befindliche Menge automatisch nachgesaugt, sodass ein stetiger Tintenfluss gewährleistet ist.

Bei Arbeiten an den tintenführenden Teilen im Bereich des Druckkopfes kann es vorkommen, dass die Membrane beschädigt werden können. Oft reicht hier nur ein kleines Loch, schon ist die Funktion des Dampers nicht mehr gewährleistet. Bemerkbar macht sich dies durch die sofort ausbleibende Tinte. Auch nach mehreren Druckkopfreinigungen stellt sich keine Besserung ein. Der Grund: Durch das kleine Loch wird Luft angesaugt, wodurch kein Unterdruck entsteht welcher für den Transport der Tinte notwendig ist. Hier hilft nur ein Austausch des beschädigten Dampers.

Ebenfalls kann es aber durch einen verstopften Damper zu einem Stop des Tintenfluss führen. Der Filter ist dann soweit mit Verunreinigen zugesetzt, dass die Tinte nicht mehr ungehindert durch ihn hindurch fliesen kann. Auch hier lässt sich mit einem Austausch schnell Abhilfe schaffen.

In äußerst seltenen Fällen in der Vergangenheit setzte sich der Damper durch Pilze in der verunreinigten Tinte zu. Der Filter verschleimte regelrecht. Hier hilft meist nur das komplette Spülen des gesamten Tintensystems oder am Besten ein Komplettaustausch inkl. der Schläuche und weiterer tintenführender Teile.

Spülmaschinenbeständigkeit

Die Widerstandsfähigkeit von bedruckten Tassen und anderen Produkten ist mittlerweile sehr wichtig und wird fast schon vom Kunden vorausgesetzt. Wer möchte den heute noch von Hand spülen? Die bei vielen Tassen verwendeten Polyesterlacke sind bereits sehr gut spülmaschinenbeständig und lassen unzählige Spülgänge sogar über Jahre hinweg zu, ohne dass die Farbe oder Beschichtung merklich darunter leidet.

Dafür muss natürlich gewährleistet sein, dass nicht aus Versehen Tassen mit der falschen Beschichtung verwendet werden. Manchmal entscheiden sich manche Tassendrucker für eine wenige Cent günstigere Tassen, welche oft nur für den Lastertransfer geeignet sind und einen sehr viel weicheren Polyesterlack als Druckträger als Beschichtung haben. Dieser Lack wird durch das heiße Wasser in der Geschirrspülmaschine angegriffen, die Poren öffnen sich und die eingebrachte Sublimationstinte gast wieder aus der Beschichtung aus. Verschwommene und verblasster Tassen sind die Folgen. Ärgerlich und meist vermeidbar mit der richtigen Tassenqualität.

Fälschlicherweise bezeichnet man die eigentliche Spülmaschinenbeständigkeit sogar als spülmaschinenfest. In der Praxis macht dies zwar bei einer guten Qualität keinen Unterschied, sie sollten sich aber an den Begriff der „Beständigkeit“ halten, den eine absolute Festigkeit kann und wird Ihnen niemand garantieren. Weiterentwicklungen der Geschirrspülmaschinenreiniger, immer aggressivere Tabs mit Gel und mehreren Reinigungsphasen können dem Lack zu schaffen machen. Es gibt einige wenige Hersteller von Spülmaschinenreinigern, deren Tabs für Sublimationsdrucktassen nicht empfohlen sind. Verwenden Sie am besten handelsübliche Pulver. Schließlich ist der Schmutz auf dem Geschirr ja auch nicht hartnäckiger als vor 10 Jahren, oder?

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